Biopsychosoziale Sicht auf Schmerzerkrankungen

Chronische Schmerzleiden ziehen enorme volkswirtschaftliche Kosten nach sich. Aus diesem Grund sind sie eine gesundheits- und sozialpolitische Herausforderung. Annahmen gehen davon aus, dass rund 7-8 Millionen Menschen an behandlungsbedürftigen chronischen Schmerzen leiden. (Kröner-Herwig u. Hoefert, 1999).

Chronische Rückenschmerzen sind gegenwärtig der häufigste Grund für Krankschreibungen und Fehlzeiten am Arbeitsplatz. Circa 18 % aller vorzeitigen Rentenfälle aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit und mehr als 30% aller stationären Behandlungsfälle sind chronische Rückenschmerzen. (Raspe und Kohlmann, 1998). Rückenschmerzen verursachen in Deutschland schätzungsweise Kosten in Höhe von 17,5 Milliarden Euro. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage nach Risikofaktoren für eine Chronifizierung von Schmerzen sowie ein möglichst frühzeitige Behandlung zunehmende Bedeutung.

Vortrag 1: Zur individuellen bio-psycho-sozialen Behandlung von Schmerzen im ambulanten Einzel- und Gruppensetting

Eine interdisziplinäre, fallbezogene Diagnostik und Therapie ist notwendig um Menschen mit chronischen Schmerzen erfolgreich zu behandeln. Es ist wesentlich die somatischen, psychischen und sozialen Folgen dieses vielschichtigen Störungsbildes zu beachten. Dieses Krankheitsbild fordert die Behandler häufig heraus. In ungünstigen Krankheitsverläufen kann es zur Chronifizierung der Schmerzen kommen. Auch Medikamentenmissbrauch oder –abhängigkeit sind häufig anzutreffende Phänomene unter dieser Patientengruppe.

Es kann passieren das die Schmerzen chronisch werden oder  im Verlauf der Krankheit Medikamenten (Codein, Barbiturate, …)missbraucht werden oder abhängig machen. (Würde ich streichen)

Aus diesen Gründen birgt es Vorteile wenn die Behandler neben den körperlichen Aspekten der Schmerzen ebenso das psychische und soziale Erleben der Patienten aufmerksam beachten.

Dazu zählt wie die Patienten die Schmerzen erleben (subjektives Schmerzerleben), wie sie damit umgehen (Schmerzausdruck und –verhalten)  und in welcher Art und weise sie der Schmerz subjektiv beeinträchtigt (subjektive Schmerzbeeinträchtigung).

Richtet sich die Diagnose und die Therapie der Schmerzen ausschließlich nach den somatischen Ursachen birgt das die Gefahr, dass die nicht behandelten psycho-sozialen Faktoren zur Chronifizierung der Schmerzen beitragen.

In der Therapie verfolgen wir deshalb einen ganzheitlichen bio-psycho-sozialen Ansatz.  Eine kombinierte ambulante Gruppen- und Einzeltherapie unterstützt die Patienten  einen neuen Umgang mit ihren Schmerzen zu finden. Erfordert es der Einzelfall, beratschlagen wir gemeinsam welche Änderungen im Arbeitsumfeld, im Bewegungs- und Ernährungsverhalten zusätzlich sinnvoll sind. Dabei hilft eine enge, kollegiale Vernetzung mit den somatischen Behandlern.

Vortrag 2: Die Rolle der Faszien in der Schmerzbehandlung beim chronischen Rückenschmerz und Spannungskopfschmerz
Diskussion
Wer kann teilnehmen?

23. November 2016
17:00 - 19:30 Uhr
MVZ VT Falkenried
Ambulanz Eppendorf
Falkenried 7
20251 Hamburg

  • Teilnahme kostenfrei

  • Anmeldung notwendig

  • 3 Fortbildungspunkte
    (Ärztekammer HH)

Die Referentinnen

Dr. Med. Petra Koch, Fachärztin für Allgemeinmedizin,
Helmut-Steidl-Platz 3, 22143 Hamburg
  • Studium Humanmedizin in HH-Eppendorf UKE '91-'99
  • Klinikausbildungen in HH, Malaysia, Australien und China
  • Facharztausbildung zur Allgemeinmedizinerin mit Schwerpunkt Orthopädie, Gynäkologie und Psychosomatik
  • Notärztin im KV - Notärztlichen Dienst 2001-2009

Dipl. Psych. Kornelia Werner-Yellon
; PPT;
Verhaltenstherapie Falkenried MVZ GmbH; 20303 Hamburg

 

© 2015 Verhaltenstherapie Falkenried MVZ GmbH. All Rights Reserved. Designed By JoomShaper